Hallo alle zusammen...

Ich heiße Stefan und bin am 9.Juli 1969, in Pinneberg geboren, seit dem 10. Juni 1994 verheiratet, und seit dem 1. Dezember 1995 Vater eines Sohnes. Bei mir wurde eine CML (chronisch myeloische Leukämie) durch einen glücklichen Zufall diagnostiziert. Jetzt steht vor mir der beschwerliche, und doch so hoffnungsvolle Weg, durch die Knochenmarktransplantation bevor. Die Vorgeschichte (oder wie unterschiedlich Ärzte arbeiten):
Ich bekam am 28. April 03, aus "heiterem Himmel" auf der Arbeit, eine Schleimbeutelentzündung (SBE) auf der linken Kniescheibe. Die 1. Diagnose stellte ein Sportarzt in der nähe meiner Arbeitsstätte (Kniescheibe wurde auch geröntgt). Ich wurde 3 Tage arbeitsunfähig geschrieben, und sollte mein Bein kühlen. Als es noch nicht ging, lies ich Diese, von meinem Hausarzt ("blind")erst bis Freitag, und Montag dann bis Donnerstag , verlängern. Am Dienstagmorgen sah es dann so aus, als könnte ich wieder zur Arbeit. Am Abend verschlechterte sich die SBE, und Mittwochmorgen konnte ich mit einer 3-fach vergrößerten Kniescheibe kaum noch auftreten. Ich konsultierte einen zweiten Sportmediziner in meinem Wohnort Wedel. Der Doc verschrieb mir ein Breitenspektrum- Antibiotika, und machte mir einen Kühlverband (durch den mir keine eigene Kühlmöglichkeit mehr gegeben war).Am Freitag machte dieser dann noch eine Punktion. Als am Montag immer noch keine Besserung zusehen war, empfahl der Doc mir, den Schleimbeutel raus operieren zu lassen (danach wäre man 5 Wo. krank).PRIMA!!! Ich suchte nun einen, auf Empfehlung, dritten Sportfacharzt auf (auf den diese Bezeichnung auch zu traf). Dieser hörte sich die Vorgeschichte an, verschrieb mir ein, speziell f. diese Entzündung wirkendes Antibiotika, und setzte dieses auf die doppelte Höchstdosis an; nahm mir Blut ab (da die SBE aus dem Nichts kam) und gab mir Bio-Spritzen ins Knie. Am nächsten Tag rief er mich abends an, und erkundigte sich nach meinem Bein, da ihm meine Blutwerte nicht gefielen. Die Schwellung war um 1/3 zurückgegangen! Nächsten Morgen wieder Spritzen und Blutentnahme. Freitag konnte ich schon wieder laufen und in seine Praxis in den Keller gehen (vorher im Notfallraum im Erdgeschoss).Dort erklärte er mir dann vorsichtig und einfühlsam an einem Beispiel was los war! Doc: "Stellen sie sich vor sie kommen mit einem defektem Auspuff in eine Autowerkstatt, der Meister nimmt das Auto hoch und sagt das man den schweißen kann! Aber wenn der Wagen schon mal oben ist kann man ja alles angucken! Oh...die Bremsen sind kaputt...dafür hab ich aber kein Werkzeug, damit müssen sie in eine Spezialwerkstatt!!! So...ihr Bein ist der Auspuff, dafür bin ich Facharzt, das bekomme ich hin.... Aber ihr Blutbild macht mir Sorgen, lassen sie das von einem Facharzt (am besten Krankenhaus) checken, ihre Leukozyten sind zu hoch auf 63000 Montag und 69000 Mittwoch, wir sprechen hier aber noch nicht von einer Leukämie!" Rums...das saß! Freitag, 16. Mai 2003...Ich nahm das soeben bekommene Große- Blutbild mit 45 Werten (von denen nur 10 im neutralen Bereich waren 10 im negativen und 25 im positiven, davon 5 bis zum Ausschlag)und fuhr zum Hausarzt, und legte es ihm vor. Dieser schlug die Hände über dem Kopf zusammen und sprach von einer Katastrophe...DER VERDACHT AUF LEUKÄMIE SEI DAMIT NICHT VOM TISCH ZU WEISEN. Am Abend dann noch die Bestätigung aus der Notaufnahme der UNI - Klinik Eppendorf. Dort ab Montag den 19. Mai 2003 für 3 Tage stationär... und die 95%tig (wegen ausstehender Knochenmarksanalyse) Diagnose der CML. Ich wurde seit dem 12. Mai 2003 mit Litalir behandelt, bis zur eigenen Entscheidung (gegen eine Studienteilnahme) das Medikament Glivic zu nehmen (am 12.Juni2003) und eine Spendersuche einzuleiten. Ich kam körperlich gut mit dem Glivic zurecht. Ich hatte keine Müdigkeits- Erscheinungen, nur in der 1.Woche leichte Bauchmuskelschmerzen. Alle Blutwerte waren nach 3 Wochen wieder im "grünen Bereich ".Nur der Wert des Lebergelbfarbstoffes nicht! Der ritt rauf und runter. In der 3. Woche auf 3.0, beim nächsten mal (trotz Weitergabe) 2.6, dann in der 4. Woche nach Einnahme von Glivic auf 3.0, ABSETZEN für eine Woche...daraus ist für immer geworden! Die Leukos kletterten wieder über 10000.. ICH BIN VON NATUR AUS, EIN POSITIV-DENKENDER-HUMORVOLLER-MENSCH. Und das hilft mir sehr. Übrigens: Am Dienstag den 5. August 2003 hatte ich erfahren das für mich ein optimal passender Spender gefunden worden ist! MEINE Planung war das ich die Transplantation im Januar vornehmem lassen wollte wenn ein Spender gefunden wird, (da mein Sohn am 1. Dezember 8 Jahre wird und ich mit der gesamten Familie noch Weihnachten feiern wollte). DIE ARZTE planten, wegen der Unverträglichkeit von Glivic, die KMT noch in diesem Jahr durchzuführen! Was mir dabei sauer aufstößt ist, das wenn Du auf dem SCHWEREN WEG ganz unten bist, mach ich mir noch traurige Gedanken, nicht bei den 2 freudigsten Festen des eigenen Kindes mit anwesend zu sein, und er darf mich wegen der Isolation noch nicht mal sehen. Aber ich glaube fest daran, durch den edlen Spender, die Chance auf ein „NEUES LEBEN“ geschenkt zu bekommen. Über reichlich mentale Unterstützung Eurerseits, in dem ihr mein Tagebuch lest und im Forum reichlich aktiv werdet, würde ich mich sehr freuen!

VIELEN DANK im voraus sagt der GROSSE FREUNDLICHE RIESE, STEFAN !!

WAS DIE ZUKUNKT BRINGEN WIRD, LIEGT NOCH IM DUNST VERBORGEN.

DASS ES EINE ERLEBNISREICHE REISE WIRD, BEI DER MICH MEIN LEBENSSCHIFF AUCH SICHER DURCH STÜRMISCHE ZEITEN TRÄGT, DAS WÜNSCHE ICH MIR!